Grundlagenwerke

Neben den Arzneimittellehren sind die zwei wichtigsten Grundlagenwerke der Homöopathie, die jeder Homöopath immer wieder studieren muß:
Organon der Heilkunst (wird zu Recht als „Bibel“ der Homöopathie bezeichnet) und
Die chronischen Krankheiten – ihre eigentümliche Natur und homöopathische Heilung.

Die ersten §§ des Organon lauten:

§1
Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt.

Nicht aber (womit so viele Ärzte Kräfte und Zeit ruhmsüchtig verschwendeten) das Zusammenspinnen leerer Einfälle und Hypothesen über das innere Wesen des Lebensvorganges und der Krankheitsentstehung im unsichtbaren Innern zu sogenannten Systemen, oder die unzähligen Erklärungsversuche über die Erscheinungen in Krankheiten und die ihnen stets verborgen gebliebene, nächste Ursache derselben u.s.w. in unverständlichen Worten und einen Schwulst abstrakter Redensarten gehüllt, welche gelehrt klingen sollen, um den Unwissenden in Erstaunen zu setzen, während die kranke Welt vergebens nach Hilfe seufzte. Solcher gelehrter Schwärmereien (man nennt es theoretische Arzneikunst und hat sogar eigene Professuren dazu) haben wir nun gerade genug, und es wird hohe Zeit, daß was sich Arzt nennt, endlich einmal aufhöre, die armen Menschen mit Geschwätze zu täuschen, und dagegen nun anfange zu handeln das ist wirklich zu helfen und zu heilen

§ 2
Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachteiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.

In 291 §§ hat Samuel Hahnemann die Grundlagen dieser Methode erläutert. Es ist nicht zu verstehen, dass potenzierte Arzneimittel verabreicht, empfohlen und vertrieben werden ohne diese Wissensgrundlage. Dieses Buch gibt Antwort auf nahezu alle theoretischen Fragen in der Homöopathie.

Besonders empfehlenswert ist “Hahnemanns Organon der Heilkunst“, Studienausgabe für die Praxis von Carl Classen – für mich ist es einfacher, neben den alten Texten, eine überarbeitet Zusammenfassung zu haben, die leichter zu lesen und zu verstehen ist und dabei immer wieder auf den Originaltext zurückgreifen zu können.